Holzbau läuft: Neubau des zweiten Dienstgebäudes für die Kreisverwaltung Mainz-Bingen im Zeitplan

Notwendig wurde der Neubau, weil durch die immer weitere Übertragung an Aufgaben die Belegschaft der Kreisverwaltung stetig wächst – derzeit sind mehr als 1400 Personen beim Landkreis beschäftigt.

Holzbau läuft: Neubau des zweiten Dienstgebäudes für die Kreisverwaltung Mainz-Bingen im Zeitplan

Etwa 810 Holzstützen, rund 790 Holzunterzüge, etwa 2200 Quadratmeter Holzdecken in der Stärke von 20 Zentimetern – Rahmendaten für ein ambitioniertes Projekt, das derzeit in der Konrad-Adenauer-Straße in Ingelheim entsteht: das neue Dienstgebäude für die Kreisverwaltung Mainz-Bingen. Nachdem der Betonbau der Treppenaufgänge nahezu fertig ist, werden derzeit die Tragkonstruktionen und die Decken eingebaut. Im Juli sollen die Fassaden folgen. Der Bau liegt im Zeitplan, der Einzug ist im Sommer 2023 vorgesehen – bei geplanten Kosten in Höhe von 43 Millionen Euro.

Ganz abgeschlossen ist der Rohbau derzeit noch nicht, es laufen noch einige Arbeiten im Bereich zur Max-Planck-Straße hin. Zudem muss der große Kran auch noch abgebaut werden. Danach folgt der Verschluss der Tiefgaragendecke in diesem Bereich. Die Tiefgarage ist somit weitestgehend fertig, derzeit laufen noch Arbeiten an der Zufahrtsrampe der Tiefgarage.

Notwendig wurde der Neubau, weil durch die immer weitere Übertragung an Aufgaben die Belegschaft der Kreisverwaltung stetig wächst – derzeit sind mehr als 1400 Personen beim Landkreis beschäftigt. Im Neubau werden am Ende mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Platz finden, hauptsächlich aus denjenigen Abteilungen, die wenig Publikumsverkehr haben. Im fast 30 Jahre alten bisherigen Kreishaus, dass nach dem Umzug auf die Belange der einziehenden Organisationseinheiten angepasst wird, sollen dann die stark frequentierten Abteilungen untergebracht werden. „Uns war hier die Bahnhofsnähe wichtig, damit zum Beispiel die sozialen Bereiche, das Jobcenter oder die Kreisvolkshochschule auch weiterhin gut erreichbar sind“, sagte Landrätin Dorothea Schäfer bei einem Rundgang auf der Baustelle.

Die Tragkonstruktion (Stützen, Unterzüge) wird in Brettschichtholz aus Laubholz, die Decken in Brettsperrholz aus Nadelholz ausgeführt. Die vorgehängte Fassade besteht aus einer Holzrahmenkonstruktion mit 400 Einzelelementen. Die Deckschicht der vorgehängten Fassade ist in vorgegrauter Weißtanne geplant. Sie soll naturbelassen altern.

„Wir freuen uns darüber, dass wir hier Vorreiter sind und unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten können“, sagte die Landrätin. Der Erste Kreisbeigeordnete Steffen Wolf fügte hinzu: „Dieses Projekt ist deutschlandweit etwas Besonderes. Wir werden hier einen sehr hohen Energiestandard haben.“ Das KfW55-Gebäude benötigt nur 55 Prozent der Energie eines konventionellen Neubaus: Es werden fast 200 Tonnen Co2 im Jahr eingespart. „Darauf sind wir stolz“, sagte Steffen Wolf. Die Heizung wird über Kraft-Wärme-Kopplung mittels einer Holzpellet-Anlage geregelt. Die Temperierung der Büroräume geschieht durch ein Heiz-/Kühl-Deckensegel, welches ein angenehmes Raumklima durch Heizung/Kühlung über Strahlung bietet.

Noch ein paar Fakten:

Das viergeschossige Gebäude (Holzbauweise) samt Tiefgarage (Stahlbeton) ist notwendig, weil dem Kreis immer mehr Aufgaben zuwachsen, die durch zusätzliches Personal abgearbeitet werden müssen. Es entsteht auf einem Grundstück von etwa 10.000 Quadratmetern. Die Bruttogeschossfläche beträgt 16.700 Quadratmeter. Über vorgesehene Erweiterungsflächen können insgesamt 23.000 Quadratmeter entstehen.

Durch einen hohen Vorfertigungsgrad der Holzbauteile wird Bauzeit gespart. Die Teile können in der Montagehalle inklusive der Fassade vorgefertigt werden und müssen auf der Baustelle zusammenmontiert werden. Die Vorfertigung der Wandteile geschieht somit parallel zum Massivbau der Tiefgarage und der Treppenhäuser. Die Holztragkonstruktion und die Außenfassade können direkt nach Abschluss des Rohbaus montiert werden. Zeitersparnis: bis zu einem Jahr.

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