Ein mutmaßlicher Fall von Handwerker-Wucher beschäftigt derzeit die Polizei in Bodenheim. Am Montagnachmittag, dem 3. August 2026, wurde eine 60-jährige Anwohnerin Opfer einer äußerst fragwürdigen Dienstleistung.
Oberflächliche Arbeit zu horrenden Preisen
Aufgrund eines akuten Nagerbefalls an ihrem Wohnhaus hatte die Frau eigenständig einen Kammerjäger mit der Schädlingsbekämpfung beauftragt. Der Dienstleister führte vor Ort jedoch lediglich eine oberflächliche Maßnahme durch, indem er eine rote Paste auftrug. Direkt im Anschluss forderte er von der 60-Jährigen eine sofortige Bezahlung in Höhe von rund 1.000 Euro. Die überrumpelte Frau kam der Zahlungsaufforderung im ersten Moment nach.
Erst als sie sich später mit ihrer Tochter über den Vorfall austauschte, kamen der Geschädigten erhebliche Zweifel an der Verhältnismäßigkeit dieser immensen Summe für den geringen Aufwand. Sie entschloss sich daraufhin, den Vorfall bei der Polizei zu melden. Die Beamten haben mittlerweile die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Betrug und Wucher aufgenommen.
Polizei warnt vor dubiosen Notdiensten
Aus gegebenem Anlass rät die Polizei zur Vorsicht bei der Beauftragung von handwerklichen Notdiensten und gibt Bürgern folgende Tipps mit auf den Weg:
Regionale Anbieter bevorzugen: Nutzen Sie nach Möglichkeit ortsansässige Firmen und vereinbaren Sie verbindliche Festpreise, bevor Sie einen Auftrag final erteilen.
Keine überstürzten Zahlungen: Lassen Sie sich unter keinen Umständen zu sofortigen Bar- oder Onlinezahlungen drängen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Ihnen die Rechnung unverhältnismäßig hoch erscheint oder die erbrachten Leistungen und Preise undurchsichtig sind.
Im Verdachtsfall sofort handeln: Wer glaubt, Opfer einer solchen Masche geworden zu sein, sollte nicht zögern und umgehend Anzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle erstatten.