Die Ortsbürgermeisterin der Ortsgemeinde Dalheim, Gertrude Hennig, hat Bürgermeister Martin Groth darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie ihr Amt zum 31. Juli 2026 niederlegen wird. Groth bedauerte diese Entscheidung in einer aktuellen Pressemitteilung und dankte Hennig ausdrücklich für ihren großen persönlichen Einsatz und ihr Verantwortungsbewusstsein, das sie seit ihrer Wahl im Jahr 2019 für ihre Heimatgemeinde aufgebracht habe.
Kontroverse um die neue Grundschule
Im Zuge ihres Rücktritts nannte Hennig verschiedene Gründe für ihre Entscheidung, auf die Bürgermeister Groth detailliert einging. Er betonte, dass es bei einigen Themen zwar unterschiedliche Auffassungen gegeben habe, die Beschlüsse der Orts- und Verbandsgemeinde (VG) jedoch stets auf Basis von gesetzlichen Zuständigkeiten, transparenten Verfahren und demokratischen Entscheidungen gefällt worden seien. Dies betreffe insbesondere die Planung der neuen Grundschule in Dalheim. Groth stellte hierzu klar:
Die Verbandsgemeinde ließ in einem objektiven Verfahren insgesamt vier mögliche Standorte untersuchen, von denen sich zwei auf Dalheimer Gemarkung befanden.
Der Verbandsgemeinderat beschloss daraufhin den aus fachlicher Sicht am besten geeigneten Standort.
Die Ortsbürgermeisterin war in den gesamten Beratungsprozess eingebunden und zu allen Sitzungen eingeladen.
Für Groth stellt die neue Schule keine Belastung, sondern eines der bedeutendsten Zukunftsprojekte und einen großen Standortvorteil für Dalheim dar. Die VG übernehme die Kosten für den Grundstückserwerb und strebe an, die Erschließung über Mittel des Bundessondervermögens Infrastruktur zu finanzieren, was zudem neue Perspektiven für dringend benötigten Wohnraum eröffne.
Finanzielle Herausforderungen und Jahresabschlüsse
Ein weiterer Aspekt der Amtsniederlegung umfasste die Haushaltslage und Rückstände bei den Jahresabschlüssen. Groth erklärte, dass der Haushalt für 2026 – wie bei vielen anderen Kommunen auch – bislang nicht genehmigt werden konnte und nach Rücksprache mit der Kommunalaufsicht zwingend ein tragfähiges Haushaltssicherungskonzept erfordere. Die VG-Verwaltung unterstütze die Ortsgemeinden bei der Aufstellung intensiv, die politische Verantwortung trage jedoch der Ortsgemeinderat.
Hinsichtlich der Jahresabschlüsse räumte der Bürgermeister bestehende und unbefriedigende Rückstände ein. Die Ursache hierfür sei eine jahrelang angespannte Personalsituation im Finanzbereich, bei der mehrere Stellenausschreibungen erfolglos geblieben seien. Inzwischen habe die Verbandsgemeinde die Arbeitsabläufe jedoch umfassend modernisiert und digitalisiert. Zudem werde ab dem 1. August 2026 ein weiterer Mitarbeiter ausschließlich für den Abbau dieser Rückstände eingesetzt. Fehlende Jahresabschlüsse würden die kommunalpolitische Gestaltung einer Gemeinde ohnehin nicht verhindern; maßgeblich sei in erster Linie ein beschlossener, genehmigungsfähiger Haushalt. Abschließend unterstrich Groth, dass die Verbandsgemeinde den Blick nach vorne richte und Dalheim auch künftig mit voller Kraft bei den anstehenden Zukunftsaufgaben unterstützen werde.