Bundeswettbewerb Naturstadt: Landkreis erhält offizielle Auszeichnung für sein Zukunftsprojekt „Dynamischer Agroforst“

Dynamischer Agroforst ist eine Aufforstungs- und Anbaumethode, bei der Nutz- und Beipflanzen auf derselben Fläche in hoher Dichte und Vielfalt vergesellschaftet werden.

Bundeswettbewerb Naturstadt: Landkreis erhält offizielle Auszeichnung für sein Zukunftsprojekt „Dynamischer Agroforst“

Nun ist es für Jeden ersichtlich: Das Zukunftsprojekt „Dynamischer Agroforst“ des Landkreises Mainz-Bingen erhält eine offizielle Auszeichnung in Form eines neuen Informationsschilds. Die Verleihung erfolgt im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Naturstadt - Kommunen schaffen Vielfalt“. „Von den 310 Kommunen, die sich beworben haben, war Ihr Projekt eines der Außergewöhnlichsten“, lobt Dr. Robert Bartz von „Kommunen für biologische Vielfalt“ (kommbio) bei der Übergabe des Schildes vor Ort. Kommbio hatte 2020 den Wettbewerb ausgerufen, auf den sich der Landkreis auf Initiative des Umwelt- und Beratungszentrums (UEBZ) mit Erfolg bewarb. Nach der Preisausschüttung von 25.000 Euro wurden drei Flächen mit der speziellen Anbaumethode umgesetzt. Eine vierte soll zeitnah folgen.

Dynamischer Agroforst ist eine Aufforstungs- und Anbaumethode, bei der Nutz- und Beipflanzen auf derselben Fläche in hoher Dichte und Vielfalt vergesellschaftet werden. Dabei entsteht ein dynamisches Pflanzensystem. Ziel dieser Vorgehensweise ist die Stärkung der Insektenvielfalt, der Humusaufbau und die Erhöhung der Resilienz gegenüber Trockenheit oder Starkregen. Die Idee zur Bewerbung des Projekts „Dynamischer Agroforst“ kam UEBZ-Leiterin Martina Schnitzler nach einem Gespräch mit Katja Wiese von der Naturschutzorganisation Naturefund. „Unsere Aufgabe im UEBZ sehen wir darin, neue Wege aufzuzeigen. Deshalb bin ich froh, dass unser Zukunftsprojekt gefördert wird. Damit unterstützen wir nicht nur die Artenvielfalt, sondern geben Anstoß für Neues“, sagte Martina Schnitzler.

Der Erste Kreisbeigeordnete Steffen Wolf ergänzt: „Das Projekt soll ebenfalls einen aufklärenden Charakter haben. Wir wollen gezielt aufzeigen, dass es vielversprechende wissenschaftliche Erkenntnisse zum Nutzen der Methode gibt. Hierzu existieren bereits weitreichende Studien der Johannes-Gutenberg Universität in Mainz. Auch den Aspekt Umweltbildung müssen wir breiter fahren.“

Bisher wurden mit den Fördergeldern Flächen in Trechtingshausen am Rhein auf dem zukünftigen BUGA-Gelände, in Köngernheim am Ortsrand als sogenannter „Mitmach-Garten“ und Gau-Algesheim als Schlossgarten umgesetzt. Eine weitere Fläche ist in Ober-Hilbersheim auf der kommunalen Fläche am Ortsrand in Planung.

Wichtig im Projekt ist die Beteiligung von Menschen, die sich dafür begeistern und die Pflege der Fläche übernehmen. In Köngernheim sind dies beispielsweise die Grünflächenfreunde, die noch weitere Mitstreiter für die Pflege suchen. In Trechtingshausen wird die Fläche häufig für den Kommunionsunterricht genutzt. Der Trechtingshausener Ortsbürgermeister Herbert Palmes macht sich dafür stark, dass junge Menschen langsam an die Pflege der Fläche herangeführt werden. Im Gau-Algesheimer Schlossgarten naschen die Kindergarten- und Grundschulkinder die Beeren. Um diese Flächen zu pflegen, wird derzeit eine Fachkraft gesucht.

Logo