Geschichtsverein Nierstein: Reinigung der Stolpersteine – ein Zeichen setzen für Frieden und Solidarität

Am 19. März findet der diesjährige gemeinsame „Frühjahrsputz“ statt.

Geschichtsverein Nierstein: Reinigung der Stolpersteine – ein Zeichen setzen für Frieden und Solidarität

In Nierstein gibt es mittlerweile 55 Stolpersteine – in die Bürgersteige eingelassen – mit Namen und Daten der Opfer nationalsozialistischer Verbrechen. Da die Messinglegierung im Laufe der Zeit verschmutzt, hat es sich der Geschichtsverein zur Aufgabe gemacht, diese Gedenksteine jährlich zu reinigen. Coronabedingt haben sich zuletzt zahlreiche Helferinnen und Helfer bereit erklärt, Stolpersteine in Eigenregie allein zu putzen und Patenschaften für „ihre“ Stolpersteine übernommen.

Am Samstag, 19. März 2022, 10.00 Uhr, Treffpunkt Marktplatz, findet nun der diesjährige gemeinsame „Frühjahrsputz“ statt. Der Geschichtsverein freut sich, wenn sich wieder viele Gleichgesinnte beteiligen. Die aktuellen Coronaregeln werden beachtet.

„Wir werden in diesem Jahr wieder in einer gemeinsamen Aktion die Stolpersteine reinigen. Sie sind ein sichtbares Zeichen dafür, dass wir die Erinnerung wachhalten, Verantwortung übernehmen und Stellung beziehen. Gerade im Angesicht des barbarischen Überfalls auf die Ukraine wird deutlich, wie verletzlich Demokratie und wie wichtig Solidarität ist“, erklärt Joachim Allmann, der bislang im Vorstand für die Gedenkarbeit verantwortlich war, sich nun aber der Schwabsburger Geschichte widmen wird. Sein am 4. März 2022 neu in den Vorstand gewählter Nachfolger, Jörg Adrian, ergänzt: „Die Menschen, derer wir durch die Stolpersteine gedenken, hätten die Solidarität ihrer Mitbürger dringend benötigt. Es gibt in diesen Tagen einen neuen furchtbaren Krieg in Europa. Angesichts dessen wollen wir unserer Solidarität mit jenen bekunden, die unter Gewalt und Verfolgung leiden, in ständiger Angst um ihr Leben und das ihrer Angehörigen sind, die sich zur Flucht gezwungen sehen und aus ihrer Heimat vertrieben werden.“

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