Eine Mitteilung der Kreisverwaltung sorgt derzeit für Entsetzen in der Region. In den vergangenen Wochen wurden an verschiedenen Orten im Landkreis Tierkadaver entdeckt, die offensichtlich illegal in der Landschaft entsorgt wurden. Die Vorfälle ereigneten sich unter anderem in Nierstein, Gau-Algesheim und St. Johann.
Zehn tote Hühner und zerlegte Wildschweine Die Funde sind laut Kreisverwaltung ebenso makaber wie rätselhaft.
Gau-Algesheim: In einem Feld wurden kürzlich zehn tote Hühner aufgefunden. Bardo Faust, Pressesprecher des Kreises, betont, dass ein solches Ausmaß in Rheinhessen bisher unbekannt war.
Nierstein & St. Johann: Hier wurden Wildschweinkadaver am Straßenrand abgelegt. Die Tiere waren zuvor illegal geschossen und teilweise zerlegt worden – mutmaßlich, um Teile davon zu verzehren.
Gefahr für Mensch und Tier Dieses Vorgehen ist nicht nur ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, sondern auch höchst unverantwortlich.
Seuchengefahr: Angesichts der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und der Vogelgrippe ist die illegale Entsorgung brandgefährlich. Infektionswege lassen sich so nicht mehr nachvollziehen.
Unfallrisiko: Kadaver am Straßenrand locken Raubtiere an. Durch den häufigen Wildwechsel an diesen Stellen steigt die Unfallgefahr für Autofahrer massiv an.
Behörden drohen mit hohen Bußgeldern Die Kreisverwaltung warnt eindringlich: Wer tote Tiere oder Schlachtabfälle illegal beseitigt, muss mit Bußgeldern in vierstelliger Höhe rechnen. Der Kreis appelliert an alle Tierhalter und Jäger, Kadaver ausschließlich fachmännisch und legal über die Tierseuchenkasse RLP zu entsorgen.
Zeugenaufruf Die Behörden versuchen in jedem gemeldeten Fall, die Täter zu ermitteln. Wer Beobachtungen gemacht hat oder Hinweise zu den Verursachern geben kann, wird gebeten, sich an das Veterinäramt zu wenden:
Telefon: 06132 - 787 4102
E-Mail: abt41@mainz-bingen.de