Die Energie für klimafreundliches Heizen liegt oft direkt unter der Erde. Der Landkreis Mainz-Bingen hat dieses Potenzial nun mit dem Förderprogramm „Die Wärme ist unter uns“ erfolgreich für den ländlichen Raum nutzbar gemacht. Insgesamt 699.933,23 Euro aus dem KIPKI-Förderprogramm des Landes Rheinland-Pfalz wurden abgerufen, um 28 Erdsondenprojekte an Wohngebäuden in der Region zu realisieren.
Umstellung auf nachhaltige Wärmequellen
Ziel der Initiative war es, die Wärmepumpentechnologie in Verbindung mit Erdsonden breit in den regionalen Gebäudebestand zu integrieren. Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer erhielten so eine gezielte Unterstützung bei der Umstellung auf eine nachhaltige Wärmequelle. Gefördert wurde die Installation hocheffizienter Erdsonden-, Kollektorfeld- oder Grundwasserwärmepumpen mit 75 Prozent der Investitionskosten, maximal jedoch mit 25.000 Euro pro Projekt. Aufgrund der hohen Nachfrage war das bereitgestellte Förderbudget bis zum Ende der Antragsfrist am 31. Dezember 2024 vollständig ausgeschöpft. Die Grundlage des Programms bildete ein ressourcenschonendes Technikkonzept, das im Rahmen des Projekts „1000 klimaneutrale Gebäude“ entwickelt wurde.
Praxisbeispiel und Synergieeffekte durch Vernetzung
Wie gut die Umsetzung in der Praxis funktioniert, verdeutlichte ein Vor-Ort-Besuch von Landrat Thomas Barth und dem Ersten Kreisbeigeordneten Steffen Wolf bei Familie Neuchel. Als Vorreiter des Programms berichtete Herr Neuchel, dass sein Haushalt durch die neue Anlage über weite Teile des Jahres nahezu unabhängig von externen Energiequellen sei.
Ein besonderer Nebeneffekt der kommunalen Förderung war die Vernetzung der Teilnehmer: Durch von der Kreisverwaltung initiierte Austauschtreffen entstand eine sogenannte „Poolinggruppe“. Die Hausbesitzer planten ihre Vorhaben gemeinsam und konnten so die Projektkosten für alle Beteiligten spürbar reduzieren. „Die Poolinggruppe zeigt, dass gemeinsames Vorgehen konkrete Vorteile bringen und dabei helfen kann, klimafreundliche Wärmelösungen auch wirtschaftlich attraktiv umzusetzen“, betonte Steffen Wolf. Auch Landrat Thomas Barth zeigte sich erfreut und wertete die erfolgreichen Projekte als wichtigen Schritt hin zur Dekarbonisierung und einer autarkeren Energieversorgung im Landkreis.