Engagement mit Herz und Haltung: Sabine Bachmann-Pilz und der Aufbruch der „Rheintalhöhen“ | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Zwischen Vollzeitjob und Kirchturm: Sabine Bachmann-Pilz leitet seit Anfang 2026 die evangelische Gesamtkirchengemeinde „Rheintalhöhen“. Ein Porträt über eine Frau, die trotz knapper Zeitvorgaben und Reformprozessen niemals leiser werden will.

Engagement mit Herz und Haltung: Sabine Bachmann-Pilz und der Aufbruch der „Rheintalhöhen“

Es ist ein Bild mit Symbolcharakter: Gelegentlich erscheint Sabine Bachmann-Pilz im roten Fan-Hoodie ihres Lieblings-Fußballvereins zum Abendgottesdienst. Es ist das sichtbare Zeichen eines Alltags, der zwischen einem Vollzeitjob als Bankkauffrau, der Familie und einem hochrangigen kirchlichen Ehrenamt präzise getaktet werden muss. Die 58-jährige Niersteinerin sprüht vor Energie und führt seit dem 1. Januar 2026 als Vorsitzende des Vorstands die neu gegründete evangelische Gesamtkirchengemeinde „Rheintalhöhen“.

Ein „dickes Brett“: Sieben Gemeinden werden eins

Die Aufgabe, die Bachmann-Pilz gemeinsam mit einem Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen übernommen hat, ist beachtlich. Die Gesamtkirchengemeinde erstreckt sich geografisch von Dalheim bis Bodenheim-Nackenheim und von Mommenheim-Lörzweiler bis Nierstein. Die Zusammenlegung von sieben ehemals eigenständigen Gemeinden erforderte enorme organisatorische Anstrengungen, insbesondere in den Bereichen Bauwesen und Personalfragen. Trotz dieser bürokratischen Hürden blickt die Vorsitzende positiv auf den Prozess: „Wir haben eine positive Grundhaltung zum Reformprozess und laufen gemeinsam in eine Richtung“.

Raum für Inhalte durch neue Strukturen

Ein wesentlicher Vorteil der neuen Struktur liegt in der Entlastung der lokalen Ortsausschüsse. Da zentrale Verwaltungsaufgaben nun auf Ebene des Gesamtkirchenvorstands gebündelt werden, gewinnen die einzelnen Gemeinden vor Ort wertvolle Zeit zurück, um sich wieder verstärkt inhaltlichen und seelsorgerischen Themen zu widmen. Gleichzeitig wächst die Vernetzung der verschiedenen Gruppen über die alten Gemeindegrenzen hinaus, ohne dass lokale Traditionen dabei verloren gehen.

Herausforderungen und Visionen

Sabine Bachmann-Pilz ist sich der Herausforderungen bewusst, die eine größere Struktur mit sich bringt. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt im Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit via Gemeindebrief und Website, um die Menschen weiterhin effektiv zu erreichen. Dabei findet sie auch klare Worte zur Bedeutung der Kirchensteuer, die essentielle Dienste in der Diakonie, in Kitas und in der Seelsorge erst ermöglicht.

Trotz sinkender Mitgliederzahlen bleibt sie eine unerschütterliche Optimistin. „Auch wenn wir weniger werden, sollten wir nicht leiser werden“, lautet ihr Credo. Als überzeugte Teamplayerin, die sich „von Gott gestärkt“ fühlt, setzt sie sich für eine offene Kirche ein, die auch kirchenferne Menschen willkommen heißt – ein Engagement, das sie unter anderem durch die Unterstützung der Initiative „#Verständigungsorte“ unterstreicht.