Das römische Erbe der Region wurde im Niersteiner Stadtpark auf eindrucksvolle Weise wieder lebendig. Das erste Römerfest, veranstaltet vom örtlichen Geschichtsverein, erwies sich auf Anhieb als großer Publikumsmagnet und lockte rund 400 Besucher, darunter gut 100 Kinder, an.
Geschichte zum Anfassen und Mitmachen
Die Idee für das historische Spektakel im Rahmen des rheinhessischen Römerjahrs stammte von Stephan Flessa, der im Vereinsvorstand für die römische Geschichte zuständig ist. Gemeinsam mit seinem Helferteam, bestehend aus Alexander Estenfeld, Torsten Schüller und Doris Wagner, stellte er ein abwechslungsreiches Konzept auf die Beine, bei dem das aktive Erleben im Vordergrund stand.
Ein besonderer Anziehungspunkt war das Marschlager der Darstellergruppe „4. Vindeliker-Kohorte“. Mit Zelt, Schilden, Waffen, Werkzeugen und historischen Alltagsgegenständen boten sie authentische Einblicke in das Leben der römischen Legionäre. Das Lager war durchgehend dicht umringt, nicht zuletzt, weil Ausprobieren, Anfassen und Anprobieren ausdrücklich erwünscht waren und für große Begeisterung bei allen Altersklassen sorgten.
Buntes Programm für kleine und große Entdecker
Auch abseits des Marschlagers gab es viel zu entdecken. In einer liebevoll gestalteten Spiele-Ecke lagen historische Mühlespiele und römische Ausmalbilder bereit. Zudem führte eine knifflige Quiz-Rallye die Kinder von Stand zu Stand. Betreut wurden die jungen Teilnehmer dabei von Paulina und Korbinian Flessa, Emilia und Marie Adrian sowie Leander und Tabea Estenfeld – alle stilecht in römische Togas gekleidet.
Wer tiefer in die Historie eintauchen wollte, konnte zwei spannenden Fachvorträgen lauschen. Lutz Luckhaupt referierte über die Präsenz der Römer in Rheinhessen und Nierstein, während Jutta Göttel-Becker den Gott Merkur sowie lokale Relief- und Inschriftenfunde vorstellte. Eine begleitende Ausstellung mit örtlichen Fundstücken und ein Büchertisch rundeten das informative Angebot ab.
Für eine unbeschwerte Atmosphäre und das leibliche Wohl der zahlreichen Zeitreisenden engagierten sich der Förderverein der Kita Morgenstern sowie die Teams des VfR und des TV Nierstein, die die Bewirtung der Gäste übernahmen.