Europa-Gigant in Nierstein: Rechenzentrum-Campus wird rechtsverbindlich | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Meilenstein für den Rhein-Selz-Park: Der Bebauungsplan für das 482-Megawatt-Rechenzentrum ist offiziell in Kraft. Damit rückt Nierstein in die Top 3 der europäischen Standorte auf – mit Fokus auf KI und einer komplett grünen Energieversorgung.

Europa-Gigant in Nierstein: Rechenzentrum-Campus wird rechtsverbindlich

Nachdem der Stadtrat im Dezember bereits einstimmig grünes Licht gegeben hatte, ist das Mammutprojekt nun auch rechtlich in trockenen Tüchern. Wie der japanische Konzern NTT Global Data Centers mitteilte, ist der Bebauungsplan für das ehemalige Kasernengelände seit dem 28. Januar rechtsverbindlich. Damit ist die planungsrechtliche Grundlage für eines der ambitioniertesten Infrastrukturprojekte Deutschlands geschaffen.

KI-Zentrum von europäischem Rang Die Dimensionen des Vorhabens sprengen den bisherigen regionalen Rahmen: Mit einer geplanten Leistungsaufnahme von 482 Megawatt wird Nierstein nach aktuellem Stand der drittgrößte Rechenzentrum-Standort in ganz Europa. Nur Anlagen in Portugal (Sines) und Stockholm sind größer dimensioniert. Experten gehen davon aus, dass der Campus unter dem Namen „Frankfurt 6“ primär für rechenintensive KI-Dienstleistungen genutzt wird – ein Sektor mit massivem Zukunftspotenzial.

Grüner Campus mit Windkraft und PV Ein zentraler Pfeiler des Projekts bleibt die Nachhaltigkeit. NTT plant nicht nur den Zukauf von grünem Strom über Power Purchasing Agreements (PPAs), sondern will auf dem Gelände auch eigene Photovoltaik-Anlagen errichten. Die Kommunen setzen zudem auf die Abwärme des Giganten: Diese soll künftig zur Wärmeversorgung in der Region genutzt werden.

Der Zeitplan steht Trotz der enormen Größe bleibt NTT im Zeitplan. Im kommenden Frühjahr soll der Bauantrag eingereicht werden. Nach der erwarteten Genehmigung im Jahr 2027 ist der offizielle Baubeginn für denselben Zeitraum vorgesehen. Der erste Teilbetrieb ist für 2029 geplant. Insgesamt entstehen rund 400 hochqualifizierte Arbeitsplätze, während sich die gesamte Entwicklung des Campus über ein Jahrzehnt erstrecken wird.

Quelle: Bebauungsplan für NTT-Rechenzentrum in Nierstein steht | heise online