Historischer Schatz für Nierstein: Lobgesang auf Wiederentdecker des Sironabads | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Ein besonderer Flohmarktfund bereichert das Archiv des Niersteiner Geschichtsvereins. Ein unbekanntes Dokument aus dem Jahr 1803 würdigt den Wiederentdecker des römischen Sironabads. Finder Dirk Horn hat die Rarität nun offiziell übergeben.

Historischer Schatz für Nierstein: Lobgesang auf Wiederentdecker des Sironabads

Ein aufmerksamer Blick auf einem Flohmarkt hat dem Niersteiner Geschichtsverein eine kleine historische Sensation beschert. Der gebürtige Niersteiner Dirk Horn entdeckte dort ein seltenes und bislang vollkommen unbekanntes Dokument, welches er nun an den Vereinsvorsitzenden Hans-Peter Hexemer überreichte. Bei dem wertvollen Fundstück handelt es sich um ein achtseitiges, fadengebundenes Schriftstück, das auf den 13. Juni 1803 datiert ist.

Ein musikalisches Denkmal für Martin van der Velden

Das Dokument entstand anlässlich der Grundlegung des Hauptsteins für das wiederentdeckte und wiederhergestellte römische Sironabad. Dieser historische Stein ist noch bis heute in das Mauerwerk des Badehauses integriert. Verfasst wurde das Papier von Freunden des Martin van der Velden, der das römische Erbe in Nierstein dem Vergessen entriss.

Die Weggefährten widmeten dem Wohltäter aus Antwerpen, der das Niersteiner Heilwasser über lange Zeit bis in seine belgische Heimat verkaufte, einen „Freuden- und Freundschaftsgesang“. Der Text, der passgenau auf die Melodie des Rheinweinliedes verfasst wurde, bedankt sich in 14 Versen für van der Veldens Verdienste und erwähnt zur Feier des Brunnenfestes auch dessen Tochter Theresia Barbara Mertens. Eine zusätzliche historische Besonderheit des Papiers ist eine integrierte Auflistung von römischen Münzen, die damals direkt vor Ort gefunden wurden.

Wertvolle Erweiterung für das Vereinsarchiv

Das Sironabad gilt heute als die bedeutendste und greifbarste Erinnerung an die Römerzeit in Nierstein. Die Entdeckung und anschließende Übergabe des historischen Dokuments stellt für den Geschichtsverein daher einen immensen Gewinn dar. Der Vorsitzende Hans-Peter Hexemer sprach dem Finder Dirk Horn seinen großen Dank aus. Das in schönster Schreibschrift verfasste Papier, von dem seinerzeit wohl nur sehr wenige Exemplare existierten, erweitert das Vereinsarchiv um einen außergewöhnlichen Schatz.