Historisches Gedächtnis bald gerettet: 20.000 Euro Förderung für Niersteiner Stadtarchiv | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Das Land Rheinland-Pfalz fördert die Restaurierung historischer Dokumente im Niersteiner Stadtarchiv erneut mit 20.000 Euro. Mit Spenden und städtischen Mitteln fließen dieses Jahr insgesamt 50.000 Euro in das Projekt „Lückenschluss in Nierstein“.

Historisches Gedächtnis bald gerettet: 20.000 Euro Förderung für Niersteiner Stadtarchiv

Eine gute Nachricht für Nierstein: Auch im Jahr 2026 erhalten die Stadt und der Geschichtsverein Nierstein vom Land Rheinland-Pfalz eine finanzielle Förderung, um teils schwer geschädigte historische Dokumente im Stadtarchiv zu retten. Mit 20.000 Euro wurde die maximal mögliche Zuwendung pro Jahr bewilligt – es ist bereits der siebte Förderantrag in Folge, dem das Land zustimmt.

Für Dr. Susanne Bräckelmann, 2. Vorsitzende des Geschichtsvereins Nierstein und Archivbeauftragte der Stadt, ist dies ein klarer Beleg für den hohen Wert des Stadtarchivs, dessen Dokumente bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen. Zudem zeige die fortlaufende Unterstützung, dass ihr Planungskonzept, welches die Grundlage für die Förderanträge bildet, auf ganzer Linie überzeugt.

50.000 Euro für den „Lückenschluss in Nierstein“

Das große Restaurierungsprojekt „Lückenschluss in Nierstein“ nähert sich damit seinem erfolgreichen Abschluss. Im laufenden Jahr können insgesamt rund 50.000 Euro in die Bewahrung des historischen Gedächtnisses der Stadt investiert werden. Diese Summe setzt sich aus der Landesförderung sowie einem Eigenanteil von 30.000 Euro zusammen.

Von diesem Eigenanteil stammen 20.000 Euro aus zweckgebundenen Spenden, die der Geschichtsverein Nierstein gesammelt hat. „Die Spendenbereitschaft ist überwältigend und für dieses Projekt von enormer Bedeutung“, betont Bräckelmann. Die verbleibenden 10.000 Euro finanziert die Stadt Nierstein aus eigenen Haushaltsmitteln.

Spannende Epoche der Niersteiner Geschichte

Der aktuelle Restaurierungsauftrag wurde an die Firma Schempp Bestandserhaltung GmbH in Kornwestheim vergeben. Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen diesmal Quellen zum Wandel von Organisation und Verwaltung der Gemeinde Nierstein im 17. bis 19. Jahrhundert. Wie Dr. Bräckelmann erläutert, umfasst dies einen überaus spannenden Zeitraum, in dem Nierstein zunächst zur Kurpfalz, dann zu Frankreich und zuletzt zu Hessen gehörte.

Nach Abschluss dieses Auftrags sind insgesamt 90 Prozent der geschädigten historischen Akten restauriert und für zukünftige Generationen gesichert. Im kommenden Jahr sollen dann die letzten 27 Akten folgen. Damit wäre der „Lückenschluss in Nierstein“ endgültig geschafft und alle archivierten historischen Dokumente der Stadt könnten wieder lückenlos genutzt werden.

Stadtbürgermeister Jochen Schmitt bedankte sich ausdrücklich bei Dr. Susanne Bräckelmann. Die Archivbeauftragte treibe die Archivarbeit ehrenamtlich und mit großer Akribie voran und habe auf diesem Weg bereits mehrere Zehntausend Euro an Fördergeldern für die Stadt Nierstein akquiriert.