Über 150 Jahre lang prägte sie das Ortsbild, bevor sie im Jahr 2012 endgültig verschwand: die Niersteiner Mälzerei. Um die Geschichte dieses markanten Areals in der Rheinstraße nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, lädt der Geschichtsverein Nierstein am Freitag, den 12. Juni 2026, um 19:00 Uhr zu einem besonderen Abend in das Weingut Altbürgermeister Gustav Strub (Rheinstraße 36) ein.
Vom adeligen Hofgut zur Fabrik
Den Auftakt des Abends gestaltet die 2. Vorsitzende des Vereins, Dr. Susanne Bräckelmann. In einem einleitenden Vortrag beleuchtet sie die wechselvolle Historie des Geländes, das im Laufe der Zeit viele Gesichter hatte: vom adeligen Hofgut über das im Volksmund als „Schloss“ bezeichnete Anwesen bis hin zur Champagnerfabrik, Bierbrauerei und schließlich zur Malzfabrik. Historische Pläne aus dem Niersteiner Stadtarchiv werden dabei illustrieren, wie der architektonische Wandel vom Wohnhaus zur Produktionsstätte vollzogen wurde.
Bürgerbeteiligung ausdrücklich erwünscht
Nach dem historischen Überblick sind die Bürgerinnen und Bürger gefragt. Der Verein möchte das Wissen der Zeitzeugen sichern: Wer hat selbst oder wessen Angehörige haben in der Mälzerei gearbeitet? Welche persönlichen Geschichten verbinden die Niersteiner mit dem Gebäude?
Besonders willkommen sind Erinnerungsstücke wie alte Fotos, Zeichnungen oder Objekte mit Bezug zur Malzfabrik oder der „Niersteiner Mälzerei Gesellschaft“, die zeitweise auch Wein produzierte. Wer Beiträge oder Fundstücke beisteuern möchte, wird gebeten, sich bis Ende Mai vorab per E-Mail an mail@geschichtsverein-nierstein.de zu wenden, um die Vorbereitung zu unterstützen. Spontane Beiträge am Veranstaltungsabend sind jedoch ebenso gerne gesehen.
Der Abend richtet sich gleichermaßen an Alteingesessene, die die Fabrik noch in Betrieb erlebt haben, wie auch an Neubürger, die heute dort leben, wo einst die imposanten Fabrikgebäude standen.