Kampf dem Müll: B9-Parkplatz bei Nierstein wird videoüberwacht | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Der Landesbetrieb Mobilität Worms testet ab August 2026 eine mobile Videoüberwachung am B9-Parkplatz nördlich von Nierstein. Ziel des sechsmonatigen Pilotprojekts ist es, illegale Müllablagerungen konsequent zu stoppen und die Umwelt zu schützen.

Kampf dem Müll: B9-Parkplatz bei Nierstein wird videoüberwacht

Es ist ein wiederkehrendes Ärgernis: Trotz regelmäßiger Kontrollen und Aufräumaktionen der Straßenmeisterei Mainz wird der rheinseitige Parkplatz an der B9 nördlich von Nierstein immer wieder als wilder Müllabladeplatz missbraucht. Die illegale Entsorgung von Haus- und Sperrmüll, Bauschutt sowie gefährlichen Flüssigkeiten wie Ölen und Lösungsmitteln belastet die Umwelt stark und verursacht neben dem unzumutbaren Arbeitsaufwand enorme Beseitigungskosten.

Sechsmonatiger Praxistest mit hochauflösenden Kameras

Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, startet der LBM Worms noch im August 2026 einen sechsmonatigen Praxistest. Eine mobile Videoüberwachungsanlage mit hochauflösenden Kameras wird rund um die Uhr den gesamten Parkplatz sowie die Zu- und Ausfahrten aufzeichnen. So können die Behörden bei Verdachtsfällen schnell und gezielt handeln. Zusätzlich weisen neue Schilder vor Ort auf die Maßnahme und die rechtlichen Konsequenzen hin.

Die Kosten für den Pilotversuch belaufen sich auf rund 15.000 Euro. Bereits im Mai dieses Jahres war auf einer Länge von 150 Metern ein Zaun errichtet worden, um die schwer zugängliche Uferböschung erfolgreich vor weiterer Verschmutzung zu schützen.

Datenschutz und Hintergrund

Die Aufzeichnungen erfolgen unter strikter Einhaltung der geltenden Datenschutzbestimmungen in Rheinland-Pfalz und werden ausschließlich zur Aufklärung von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten genutzt. Der Schutz der Persönlichkeitsrechte bleibt stets gewahrt.

Wie drängend das Problem der Müllentsorgung im Straßennetz ist, zeigen die Zahlen des LBM: Jährlich sammeln die Straßenwärter in Rheinland-Pfalz rund 5.500 Tonnen Müll von den Straßenrändern ein – das entspricht etwa 550 Müllwagenladungen. In den dafür vorgesehenen Abfallbehältern an den Straßen landen hingegen nur etwa 2.750 Tonnen.

Nach Ablauf und Auswertung der Testphase im kommenden Jahr wird der LBM über das weitere Vorgehen und eine mögliche dauerhafte Installation der Kameras entscheiden.