Wer in diesen Tagen durch die Gevrey-Chambertin-Anlage in Nierstein spaziert, kann ein Stück französisches Lebensgefühl atmen. Der städtische Bauhof hat die dortige Boulebahn einer umfassenden Verjüngungskur unterzogen. Nach der erfolgreichen Ertüchtigung ist der Platz ab sofort wieder spielbereit und präsentiert sich als moderner Ort der Begegnung, der sportliches Vergnügen mit ökologischem Mehrwert verbindet.
Qualität für Spieler und Insekten
Die Modernisierung, die auf einen Beschluss des Ausschusses für Umwelt- und Klimaschutz zurückgeht, hatte zwei klare Schwerpunkte: Spielqualität und Biodiversität. Während der optimierte Untergrund nun für faire Bedingungen beim „Legt“ und „Schießt“ sorgt, wurde die Randbepflanzung konsequent ökologisch ausgerichtet. Lavendel, Rosmarin und Thymian verbreiten nicht nur ein mediterranes Aroma, sondern dienen auch als wertvolle Nahrungsquelle für Bienen und andere Bestäuber.
Gelebte Partnerschaft
„Wir wollten ein Stück französisches Flair nach Nierstein bringen – ganz im Sinne unserer Partnergemeinde Gevrey-Chambertin in Burgund“, erklärt der zuständige Beigeordnete Michael Sander. Die Anlage soll die gute Nachbarschaft fördern und zum gemeinschaftlichen Verweilen einladen. Praktisch für Kurzentschlossene: Wer keine eigenen Kugeln besitzt, kann sich während der Öffnungszeiten der benachbarten Minigolfanlage unkompliziert ein Boulespiel-Set ausleihen.
Auftakt zur „grünen Transformation“
Die Aufwertung der Bahn markiert lediglich den Startpunkt für eine umfassende Umgestaltung des gesamten Grünzugs. Dank des Bundesprogramms „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ und entsprechenden KfW-Fördergeldern sind bereits weitere Maßnahmen in Planung:
Entsiegelung: Das ehemalige Außenschachbrett wird zurückgebaut und begrünt.
Artenschutz: Ein „Sandarium“ wird als spezieller Lebensraum für Wildbienen angelegt.
Blühflächen: Eine 110 Quadratmeter große Blühwiese sowie die Pflanzung von rund 470 Wildrosen und Wildhecken sind vorgesehen.
Ein neues Leitsystem mit informativen Schildern wird Besucher künftig durch dieses ökologische Vorzeigeprojekt führen – ganz nach dem städtischen Motto: „Miteinander – Verbunden mit der Natur.“