Ein schockierender Fall von Callcenterbetrug erschüttert die Gemeinde Nierstein. Eine 82-jährige Frau verlor am Mittwochabend ihren gesamten Schmuck an einen Unbekannten, nachdem sie von perfiden Trickbetrügern gezielt manipuliert worden war.
Die psychologische Falle
Die Tat wurde akribisch vorbereitet. Bereits am Dienstag, den 3. März 2026, kontaktierte ein unbekannter Mann die Seniorin telefonisch und gab sich als Polizeibeamter aus. Mit einer frei erfundenen Geschichte über angebliche Einbrüche in der Nachbarschaft und einen bei einer Festnahme gefundenen Zettel mit ihrem Namen erzeugte der Täter eine akute Angstkulisse.
Die „sichere Verwahrung“ als Vorwand
Um die Wertgegenstände der Frau angeblich vor den Kriminellen zu schützen, schlug der falsche Polizist eine fatale Lösung vor: Eine zivile Streife würde vorbeikommen, um Schmuck und Wertsachen zur „sicheren Verwahrung“ bei der Polizei abzuholen.
Am Mittwochabend gegen 20:00 Uhr erschien schließlich ein unbekannter Mann an der Wohnanschrift des Opfers. Im festen Glauben, mit der Polizei zu kooperieren, übergab die 82-Jährige dem Fremden in ihrer Wohnung ihren kompletten Schmuck. Der Täter flüchtete anschließend mit der Beute in unbekannte Richtung. Erst am darauffolgenden Tag erstattete die Seniorin Anzeige bei der echten Polizei.
Dringende Warnung der Polizei
Das Polizeipräsidium Mainz weist aus aktuellem Anlass erneut darauf hin, dass echte Polizeibeamte niemals Bargeld oder Wertgegenstände zur Sicherung abholen. Die Ermittler geben folgende Verhaltenstipps:
Gespräch sofort beenden: Legen Sie bei verdächtigen Anrufen umgehend auf und nehmen Sie bei erneuten Versuchen nicht mehr ab.
Keine Details verraten: Geben Sie niemals Informationen über Ihr Vermögen oder Wertsachen am Telefon preis.
Niemanden hereinlassen: Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung, die vorgeben, Wertsachen abholen zu wollen.
Vertrauenspersonen einweihen: Sprechen Sie mit Angehörigen über solche Anrufe.
Echte Polizei informieren: Kontaktieren Sie bei Unsicherheit selbst die Polizei unter der offiziellen Nummer.
Die weiteren Ermittlungen werden nun von der Kriminalpolizei geführt. Rückfragen können unter der Telefonnummer 06131 / 65-30022 an die Pressestelle gerichtet werden.