Spurensuche 1525: Wie radikal war der Bauernkrieg in Rheinhessen wirklich? | Aktuelle Nachrichten und Informationen

War Rheinhessen 1525 nur eine Randzone des Deutschen Bauernkriegs? Der Historiker Raoul Hippchen beleuchtet am 28. August beim Geschichtsverein Nierstein die lokalen Aufstände in Städten wie Worms und Mainz sowie die Rolle der ländlichen Bevölkerung.

Spurensuche 1525: Wie radikal war der Bauernkrieg in Rheinhessen wirklich?

Die große Welle der Aufstände, die als „Deutscher Bauernkrieg“ in die Geschichte einging, erreichte im Frühjahr 1525 auch das Gebiet des heutigen Rheinhessen. In der historischen Forschung wird die Region oft eher als Randzone der dramatischen Ereignisse betrachtet. Doch entsprach dies der Realität vor Ort? Dieser spannenden Frage widmet sich der Historiker Raoul Hippchen in einem Vortrag beim Geschichtsverein Nierstein.

Die Unruhen machten damals vor allem vor den Toren der Städte nicht halt. Bürger in Worms, Mainz und Bingen formulierten eigene Forderungskataloge, und aus Gau-Algesheim sind enge Verbindungen zum Aufstand im benachbarten Rheingau belegt. In den kleineren Ortschaften Rheinhessens blieb es hingegen vergleichsweise ruhig – zumindest im direkten Vergleich zur benachbarten Pfalz. Dort formierten sich Bauern zu bewaffneten Haufen, deren Aktivitäten auch Auswirkungen auf das südliche Rheinhessen hatten.

Raoul Hippchen, Mitarbeiter der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, beleuchtet in seinen Ausführungen, wie die sogenannte „Revolution des Gemeinen Mannes“ in der Region tatsächlich verlief. Er analysiert, welche unterschiedlichen Personengruppen an den Konflikten beteiligt waren und auf welche Weise die Auseinandersetzungen ausgetragen wurden.

Der Vortrag findet am Freitag, den 28. August 2026, um 19 Uhr im Haus der Gemeinde (Begegnungsstätte der AWO), Gutenbergstraße 11, in Nierstein statt. Die Räumlichkeiten sind barrierefrei. Der Eintritt beträgt 7 Euro und beinhaltet ein Glas Wein oder Wasser.