Bei der jüngsten Einwohnerversammlung in der Emondshalle informierten Stadtbürgermeisterin Silke Rautenberg sowie die Beigeordneten Stephan Arnold und Philipp Schlaak rund hundert anwesende Bürgerinnen und Bürger über wichtige Entwicklungen in der Stadt. Die zentralen Themen des gut zweieinhalbstündigen Abends reichten von der Abfallentsorgung über den Naturschutz bis hin zu vielfältigen Infrastrukturprojekten.
Aufschub für den Wertstoffhof
Eine positive Nachricht gab es bezüglich der Abfallentsorgung: Der Zweckverband Abwasser (ZAR) hat die Frist für den Verbleib des Wertstoffhofs auf dem bisherigen Gelände bis Ende 2027 verlängert. Die Stadt sucht derweil gemeinsam mit dem Kommunalen Abfallwirtschaftsbetrieb Mainz (KAW) nach einem neuen Grundstück, was aufgrund hoher baurechtlicher Anforderungen jedoch einen Vorlauf von voraussichtlich zwei Jahren benötigt. Eine Zwischenlösung, zumindest für Grünschnitt, wird voraussichtlich dennoch erforderlich sein. Eine Verlagerung an die Nato-Rampe nahe der Fährstraße wurde von den Behörden aus Umweltschutzgründen bereits abgelehnt.
Lockerungen im Wäldchen und Friedhofs-Neugestaltung
Rund zwei Jahre nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) hat der Kreis Mainz-Bingen die Sperrung des Oppenheimer Wäldchens gelockert. Ein fester Zaun soll nun verhindern, dass Wildschweine in andere Gebiete abwandern. Bürgermeisterin Rautenberg appellierte an die Bürger, die Wege nicht zu verlassen, Hunde anzuleinen und den Zaun keinesfalls zu beschädigen. Aus Naturschutzgründen kann der Forst erst im Oktober mit dem Freischneiden der stark zugewachsenen Wege beginnen, notwendige Maßnahmen zur Verkehrssicherung erfolgen jedoch zeitnah.
Auch auf dem Friedhof stehen weitreichende Veränderungen an. Beigeordneter Arnold stellte die vom Stadtrat beschlossene Neukonzeption vor, die den Friedhof als Grünfläche aufwerten und eine größere Vielfalt an Grabarten, insbesondere bei Urnengräbern, bieten soll. Die Umgestaltung beginnt beispielhaft im südwestlichen Teil, wobei alle bestehenden Gräber für ihre reguläre Liegezeit erhalten bleiben. Für Detailfragen ist eine gesonderte Informationsveranstaltung geplant, deren Termin noch bekannt gegeben wird.
Infrastruktur und zügiger Glasfaserausbau
Beigeordneter Schlaak berichtete über den schnellen Fortschritt beim Glasfaserausbau: Östlich der B9 sind bereits 2300 Haushalte angeschlossen, aktuell laufen Arbeiten in der Gartenstraße, gefolgt von der Vorstadt und ab September in der Altstadt. Der Ausbau in der Mainzer Straße erfolgt im Frühjahr 2027 in Kombination mit geplanten Straßensanierungen. Zudem hob Schlaak die Neuprogrammierung der B9-Ampeln durch den LBM, ein neues E-Carsharing-Angebot sowie Erfolge bei den Tempo-30-Regelungen hervor.
Bürgermeisterin Rautenberg schloss mit einem Überblick zu den Investitionen in städtische Gebäude. Die Kitas Gänsaugraben und Herrnweiher erhalten demnach größere Küchen sowie moderne Wärmepumpen. Die Kita Gänsaugraben wird zusätzlich um einen zweistöckigen, klimatisierten Anbau erweitert.
Bereits erfolgreich abgeschlossen ist die teilenergetische Sanierung der Emondshalle, die über Kipki-Mittel vom Land finanziert wurde und unter anderem ein gedämmtes Dach, eine PV-Anlage sowie eine hybride Heizung erhielt. Die Sanierungsarbeiten an der Trauerhalle, die bereits ein neues Schieferdach und eine Infrarotheizung umfasst, sollen bis Jahresende mit einem barrierefreien WC-Umbau sowie neuen Außenwegen beendet werden. Darüber hinaus wies Rautenberg auf die abgeschlossenen Sanierungsmaßnahmen an den historischen Stadtmauern in der Bädergasse und am Uhrturm hin.