„Ich habe immer ein offenes Ohr“: Achim Daut lebt seinen Beruf als Küster | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Seit zehn Jahren ist Achim Daut Küster der Oppenheimer Katharinenkirche. Für den gelernten Schreiner ist die vielseitige Tätigkeit weit mehr als ein klassischer Beruf – sie ist eine Lebenseinstellung, bei der die Menschen im Mittelpunkt stehen.

„Ich habe immer ein offenes Ohr“: Achim Daut lebt seinen Beruf als Küster

Nach Feierabend zieht es Achim Daut oft auf eine Bank im Kräutergarten hinter der Oppenheimer Katharinenkirche. Begleitet von seinem Kater Lasse genießt er dort die besondere Atmosphäre und den Blick auf die Michaelskapelle, die „kleine Schwester“ von St. Katharinen. Dieser kurze Abstecher bedeutet für ihn einen Moment der Ruhe in einer arbeitsreichen Sechstagewoche. Seit nunmehr zehn Jahren ist der gebürtige Wiesbadener als Küster für die geschichtsträchtigen Gebäude der evangelischen Kirchengemeinde Oppenheim verantwortlich.

Weit mehr als klassische Küsteraufgaben

„Die klassischen Küsteraufgaben – also zum Beispiel die Vorbereitung des Kirchenraums für den Gottesdienst oder das Einstellen von Licht- und Mikrofonanlage – machen tatsächlich nur einen Bruchteil meiner Arbeitszeit aus“, erklärt Daut. Die Instandhaltung des gesamten Gebäudekomplexes und die Pflege der Außenanlagen erfordern stattdessen handwerkliches Geschick, Organisationstalent und ständige Übersicht.

Als gelernter Schreiner bringt er dafür beste Voraussetzungen mit. Derzeit steht beispielsweise ein beeindruckendes Gerüst an der Ostseite, da im Inneren der Vierungsturm der Kirche saniert wird. Hierbei muss der Küster nicht nur die Arbeit der Handwerker im Blick behalten, sondern auch sicherstellen, dass keine Durchgänge blockiert werden, damit die täglichen Touristen die Baustelle sicher passieren können. Auch die zahlreichen Konzertveranstaltungen in der Kirche fordern ihm und seinem Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen viel ab.

Eine Berufung fernab von „Nine-to-Five“

Angesichts dieser vielfältigen Aufgaben, die auch an Sonn- und Feiertagen anfallen, ist der Küsterberuf alles andere als ein „Nine-to-Five-Job“. Da Daut im Küsterhaus nur wenige Meter von der Kirche entfernt wohnt, ist er praktisch rund um die Uhr ansprechbar. Nach Jahren bei einem Münchner Bauträger, wo er vorwiegend am Computer saß, schätzt er heute gerade diese Abwechslung: „Ich lerne hier jeden Tag dazu – unter anderem, weil ich mit so vielen unterschiedlichen Gewerken zu tun habe.“

Trotz des oft engen Zeitplans nimmt sich Achim Daut stets Zeit für die Besucherinnen und Besucher. Egal, ob es um Informationen zu den Gebäuden geht oder jemand im geschützten Raum der Kirche das Gespräch sucht: „Ich habe immer ein offenes Ohr für die Menschen, die hierherkommen“, betont er. „Für mich ist der Küsterberuf eine Lebenseinstellung. Es ist mir eine Freude, dazu beizutragen, dass Menschen in unserer Kirche einen Rückzugsort haben, in dem sie sich geborgen fühlen.“