Die Tage des Leerstands am Sant’ Ambrogio-Ring sind gezählt. Seit der Schließung des dortigen Rewe-Marktes im Jahr 2022 verfällt das Gebäude in prominenter Lage. Doch nun gibt es eine zukunftsweisende Lösung für das Areal: Einem aktuellen Bericht der Allgemeinen Zeitung zufolge hat die Hamburger Procom Invest GmbH das Gelände erworben und plant dort den Neubau eines Supermarktes. Anstelle von Rewe wird künftig ein Edeka-Markt die Nahversorgung an diesem Standort sichern.
Ende einer jahrelangen Hängepartie
Ursprünglich hatte der Projektentwickler Schoofs aus Frankfurt ambitionierte Pläne für das Grundstück. Vorgesehen war ein mehrgeschossiger Bau, der neben dem Supermarkt im Erdgeschoss auch rund 50 Wohnungen beherbergen und so den örtlichen Mietmarkt entlasten sollte. Die geplante Umsetzung ab dem Jahr 2023 scheiterte jedoch an der Insolvenz des Projektentwicklers.
Mit dem neuen Investor sind die Pläne für die zusätzliche Wohnbebauung auf dem Supermarkt nun vom Tisch. Ein mehrgeschossiger Bau an dieser Stelle sei wirtschaftlich nicht darstellbar, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf den Investor. Gründe hierfür seien unter anderem die enormen Kosten für die dann benötigte zweigeschossige Tiefgarage sowie die schwierige Beschaffenheit des Baugrunds.
Klimaneutraler Markt der Kissel-Gruppe
Der neue Edeka-Markt wird stattdessen als eingeschossiger Bau realisiert. Der Bebauungsplan sieht hierfür eine Verkaufsfläche von etwa 1.600 Quadratmetern sowie rund 90 Parkplätze vor. Besonderen Wert legt der Bauherr laut Zeitungsbericht auf die Nachhaltigkeit: Der Supermarkt soll vollständig klimaneutral betrieben werden. Dafür sind eine umfassende Dachbegrünung sowie eine Photovoltaikanlage zur Eigenstromversorgung vorgesehen.
Als künftiger Betreiber steht die Unternehmensgruppe Kissel fest. Diese ist in der Stadt bereits bestens bekannt, da sie aktuell den Edeka-SBK-Markt im alten Gewerbegebiet führt.
Neue Chancen für die Stadtentwicklung
Der geplante Umzug des SBK-Marktes in den neuen Komplex eröffnet der Stadt Oppenheim weitreichende städtebauliche Möglichkeiten. Seitens der Stadtverwaltung wird die Entwicklung begrüßt, da sich nun die Chance biete, das urbane Quartier weitreichend neu zu gestalten. Das alte, in die Jahre gekommene SBK-Areal könnte künftig neuen Wohnraum bieten. Zudem bleibt das Gelände als möglicher Standort für den Neubau des Verwaltungsgebäudes der Verbandsgemeinde weiterhin im Gespräch.
Eröffnung für 2027 anvisiert
Der Zeitplan für das Millionenprojekt ist ambitioniert. Der Investor befindet sich in enger Abstimmung mit der Verwaltung und rechnet noch im Laufe dieses Jahres mit der Erteilung der Baugenehmigung. Unmittelbar danach sollen der Abriss der Bestandsruine und der anschließende Neubau beginnen. Läuft alles nach Plan, könnten die ersten Kunden bereits im Jahr 2027 in dem neuen Oppenheimer Edeka-Markt einkaufen.