Die Standortfrage für den Neubau der Verwaltung in der Verbandsgemeinde (VG) Rhein-Selz nimmt konkrete Formen an. Wie aus den Ergebnissen einer Abstimmung im VG-Rat hervorgeht, hat sich eine deutliche Präferenz für den Rhein-Selz-Park in Nierstein herauskristallisiert.
Klares Votum für den Rhein-Selz-Park
Im Vorfeld wurde unter den Fraktionen eine anonyme Abfrage durchgeführt, deren Ergebnisse am Donnerstag im Rat offengelegt wurden. Von den insgesamt fünf zur Auswahl stehenden Standorten erhielt der Rhein-Selz-Park mit 26 von 45 Stimmen (rund 59 Prozent) die deutliche Mehrheit.
Die Verwaltung wurde nun vom Rat offiziell beauftragt, den Sieger-Standort sowie die zweitplatzierte Variante auf ihre Machbarkeit hin zu prüfen. Das Abstimmungsergebnis im Überblick:
Rhein-Selz-Park (Nierstein): 26 Stimmen
Kette-Saar (Oppenheim): 8 Stimmen
Leininger Schloss (Guntersblum, inkl. ergänzendem Neubau): 7 Stimmen
Krämereck-Süd (Oppenheim): 4 Stimmen
Gewerbegebiet Ost: 0 Stimmen
Unterschiedliche Präferenzen in den Fraktionen
Das Abstimmungsverhalten der einzelnen Fraktionen fiel durchaus unterschiedlich aus:
Geschlossene Zustimmung: Die Fraktionen von FWG, BL und AfD votierten jeweils geschlossen für den Rhein-Selz-Park.
Geteilte Meinungen: Bei der CDU, der SPD und den Grünen verteilten sich die Stimmen auf mehrere Standortoptionen. So entfielen bei der elfköpfigen CDU-Fraktion beispielsweise acht Stimmen auf den Sieger-Standort, zwei auf das Leininger Schloss und eine auf Kette-Saar.
Andere Favoriten: Die FDP und die Linke bevorzugten den Standort Krämereck-Süd, während die AL für Kette-Saar stimmte.
Auch die Beigeordneten, die regulär nicht stimmberechtigt sind, gaben ein symbolisches Votum ab. Gabriele Wagner (CDU), Jutta Hoff (BL Rhein-Selz) und Stefan Herte (FWG) sprachen sich dabei ebenfalls für den Rhein-Selz-Park aus, Thomas Tietze (Grüne) präferierte Kette-Saar.
Spannungskurve durch den Bürgermeister
Für einen besonderen Moment in der Sitzung sorgte VG-Bürgermeister Martin Groth (FWG). Er hatte seine Stimme vorab anonym in einem verschlossenen Umschlag hinterlegt, der im VG-Rat von CDU-Ratsmitglied Thomas Zimmerer geöffnet wurde. Das Ergebnis: Auch der Bürgermeister favorisiert den Rhein-Selz-Park. Groth erklärte dieses Vorgehen damit, dass er sich im Nachhinein nicht dem Vorwurf aussetzen wollte, seine Entscheidung erst nach dem Bekanntwerden der Mehrheitsverhältnisse anzupassen.