In einer Zeit, in der die Nachfrage nach rechtlicher Betreuung stetig steigt und gleichzeitig ein Mangel an Fachkräften zu spüren ist, setzen die Landkreise Alzey-Worms, Donnersbergkreis und Bad Kreuznach auf eine innovative Lösung: die Gründung eines gemeinsamen kommunalen Betreuungsvereins. Am 22. Oktober 2026 überreichte Staatssekretär Denis Alt dem Landkreis Alzey-Worms als federführender Kommune einen Förderbescheid des Landes in Höhe von 210.000 Euro. Die Mittel werden im Rahmen der Pilotförderung „Interkommunale Zusammenarbeit“ bereitgestellt und sollen den „Kommunalen Betreuungsverein Rheinhessen-Nahe-Pfalz e.V.“ beim Aufbau seiner Strukturen unterstützen.
Gebündelte Kräfte für mehr Betreuungsqualität
Der neu gegründete Verein ist das Ergebnis einer engen interkommunalen Zusammenarbeit. Ziel ist es, die rechtliche Betreuung von Menschen zu unterstützen, die aufgrund ihrer persönlichen Lebenssituation Hilfe bei der Regelung ihrer Angelegenheiten benötigen. Durch die Bündelung personeller und sachlicher Ressourcen sollen die Qualität der Betreuungsarbeit gestärkt und die Aufgabenerfüllung langfristig abgesichert werden. Jeder der beteiligten Landkreise stellt eine sozialpädagogische Fachkraft, ergänzt durch eine gemeinsam finanzierte Verwaltungskraft.
Effizienz und Fachkräftesicherung
Staatssekretär Alt betonte die Vorteile der interkommunalen Zusammenarbeit: „Wenn Kommunen ihre Kompetenzen bündeln, Ressourcen effizient nutzen und gemeinsam Lösungen für Herausforderungen vor Ort entwickeln, stärken sie ihre Leistungsfähigkeit.“ Der Verein soll nicht nur gegenseitige Vertretungen bei Ausfällen ermöglichen und regelmäßige Fallbesprechungen etablieren, sondern auch parallele Verwaltungsstrukturen abbauen. Zudem wird das Ehrenamt im Betreuungswesen gestärkt. Die Landesförderung zielt insbesondere darauf ab, zusätzliche Personal- und Sachausgaben für den Aufbau der gemeinsamen Strukturen zu decken.
Die Dringlichkeit des Projekts unterstreichen die Zahlen aus dem Landkreis Alzey-Worms: Während im Jahr 2023 für 110 neue Betreuungen oder Betreuerwechsel berufliche Betreuerinnen und Betreuer eingesetzt werden mussten, waren es 2024 bereits 196 Fälle. Landrat Heiko Sippel (Alzey-Worms) hob hervor: „Mit dem gemeinsamen Betreuungsverein schaffen wir eine tragfähige Grundlage, um dieser Entwicklung aktiv zu begegnen und die Betreuung in unserer Region langfristig zu sichern.“