Das Ehrenamt ist eine unverzichtbare Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Rheinland-Pfalz – doch die Anforderungen an die Verwaltung nehmen stetig zu. Um diesen Herausforderungen mit modernen Lösungen zu begegnen, hat die Landesregierung den Ideenwettbewerb „Ehrenamt 4.0“ ins Leben gerufen. Bei der diesjährigen, neunten Verleihung des Preises wurde nun der Turnverein 1846 Oppenheim für sein zukunftsweisendes Digitalisierungsprojekt geehrt.
Ministerpräsident betont Bedeutung der Digitalisierung In einer feierlichen Stunde unterstrich Ministerpräsident Alexander Schweitzer, dass Digitalisierung im Verein kein Selbstzweck sei, sondern den Menschen dienen müsse. „Einfach zu verwendende Apps und Softwareanwendungen können die Verwaltungsarbeit in Vereinen erheblich reduzieren, sodass die Ehrenamtlichen mehr Zeit für ihre aktive Arbeit haben“, so Schweitzer. Insgesamt 57 Bewerbungen waren eingegangen, aus denen eine Fachjury die zehn besten Projekte auswählte, die nun jeweils ein Preisgeld von 1.000 Euro erhielten.
„Zukunft Verein(t)“: Der Oppenheimer Weg Der traditionsreiche TV Oppenheim steht mit über 1.500 Mitgliedern und fast 80 Sportgruppen vor einer gewaltigen logistischen Aufgabe. Mit dem Projekt „Zukunft Verein(t)“ verfolgt der Verein einen Doppelansatz, um das Ehrenamt spürbar zu entlasten:
Strukturanalyse: Durch ein professionelles Coaching („Klubtalent“) werden bestehende Vereinsstrukturen reflektiert und weiterentwickelt.
Digitale Verwaltung: Die Einführung der Software „campai“ ermöglicht eine effiziente Abwicklung von Mitgliederverwaltung, Finanzen, Kurs- und Hallenplanung sowie dem Veranstaltungsmanagement.
Ziel ist es, durch mehr Transparenz und Effizienz wieder mehr Raum für die strategische Vereinsarbeit und neue Ideen zu schaffen, ohne dabei den familiären Charakter des Großvereins zu verlieren.
Ein Vorbild für ganz Rheinland-Pfalz Neben dem TV Oppenheim wurde unter anderem auch der SV 1919 Lemberg für seine innovative Jugendarbeit ausgezeichnet. Beide Vereine dienen laut Schweitzer als Vorbilder, wie digitale Chancen kreativ genutzt werden können, um neue Zugänge zum Engagement zu schaffen – insbesondere für jüngere Menschen.
Der Wettbewerb ist Teil der 2021 initiierten Landesstrategie „Digital in die Zukunft“, die Vereine durch Fortbildungen, digitale Werkzeugkästen und Vernetzung unterstützt. Weitere Informationen zum Ehrenamt im Land finden Interessierte auf dem Portal www.wir-tun-was.rlp.de.