Landkreis Mainz-Bingen: Beschäftigte meist wegen Psyche krankgeschrieben

Auf jeden Beschäftigten mit Wohnsitz im Landkreis Mainz-Bingen entfielen 2021 rechnerisch 16,3 gemeldete Arbeitsunfähigkeitstage.

Landkreis Mainz-Bingen: Beschäftigte meist wegen Psyche krankgeschrieben

Die Beschäftigten im Landkreis Mainz-Bingen waren im Jahr 2021 seltener krankgeschrieben als im Landesdurchschnitt. Das geht aus repräsentativen Daten der BARMER hervor. Für ihre Analysen hat die gesetzliche Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen der bei ihr versicherten Erwerbspersonen aus Rheinland-Pfalz anonymisiert ausgewertet. Der Krankenstand in dem Landkreis lag bei 4,5 Prozent (Land und Bund: 4,8 Prozent). „Das bedeutet, dass an einem durchschnittlichen Kalendertag von 1.000 Beschäftigten 45 arbeitsunfähig gemeldet waren“, erläutert Christina Hindel, Geschäftsführerin der BARMER.

Auf jeden Beschäftigten mit Wohnsitz im Landkreis Mainz-Bingen entfielen rechnerisch 16,3 gemeldete Arbeitsunfähigkeitstage (Land: 17,7 Tage, Bund: 17,5 Tage). Jeder Beschäftigte in dem Landkreis meldete sich im Durchschnitt 1,0 Mal arbeitsunfähig (Land und Bund: 1,1). Hindel sagt: „Hauptursache für die Krankschreibungen im Landkreis Mainz-Bingen waren psychische Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen.“

Psychische Erkrankungen verursachten bei jedem Beschäftigten aus dem Landkreis Mainz-Bingen 3,6 Tage von Arbeitsunfähigkeit. Es folgen Muskel-Skelett-Erkrankungen wie etwa Rückenschmerzen (3,4 Tage), Verletzungen wie Bänderrisse oder Verstauchungen (2,0 Tage) und Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel akute Infektionen der Atemwege, Bronchitis oder Erkältungsschnupfen (1,6 Tage). Probleme mit dem Muskel-Skelett-System, psychische Leiden, Atemwegserkrankungen und Verletzungen waren die vier häufigsten Ursachen für Krankmeldungen im Landkreis Mainz-Bingen.

„In Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Fehltage im Beruf wegen seelischer Leiden auch ohne Corona seit Jahren gewachsen. Arbeitgeber sollten dieser Entwicklung mit betrieblichem Gesundheitsmanagement gegensteuern“, sagt Hindel. Arbeitgeber könnten Rückenleiden ihrer Beschäftigten vorbeugen, indem sie unter anderem die Ausstattung des Arbeitsplatzes auf die Körpergröße abstimmen würden. Wichtig seien auch häufige Haltungs- und Belastungswechsel am Arbeitsplatz.

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