Ukraine-Geflüchtete: Landkreis Mainz-Bingen bereitet sich vor

Insgesamt ist die Hilfsbereitschaft im Landkreis groß: Alleine in der Kreisverwaltung haben sich schon mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger gemeldet, die Wohnraum und Schlafplätze für geflüchtete Menschen aus der Ukraine zur Verfügung stellen wollen.

Ukraine-Geflüchtete: Landkreis Mainz-Bingen bereitet sich vor

Die Sporthalle im Sebastian-Münster-Gymnasium (SMG) in Ingelheim ist ab Freitagabend zentrale Anlaufstelle im Landkreis für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Der Katastrophenschutz und die Hilfsorganisationen haben die Halle seit Freitagnachmittag als zentrale Unterkunft hergerichtet. Es ist dort Platz für zunächst 50 Personen, es kann aufgestockt werden auf bis zu 100.

„Es ist wichtig, dass die Menschen hier nach der langen und oftmals auch gefährlichen Flucht zunächst ein Dach über dem Kopf haben und zur Ruhe kommen können“, sagt Landrätin Dorothea Schäfer.

Insgesamt ist die Hilfsbereitschaft im Landkreis Mainz-Bingen groß: Alleine in der Kreisverwaltung haben sich schon mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger gemeldet, die Wohnraum und Schlafplätze für geflüchtete Menschen aus der Ukraine zur Verfügung stellen wollen. Auch in den Kommunen melden sich die Menschen und wollen helfen, private Sammel- und Transportaktionen starten, einige Geflüchtete sind auch bereits bei Verwandten und Bekannten untergekommen.

„Es freut mich wirklich sehr, dass die Bevölkerung des Landkreises auch nach zwei Jahren im Pandemiemodus einmal mehr große Empathie und Hilfsbereitschaft an den Tag legt“, sagte Landrätin Dorothea Schäfer: „Wenn es gilt, dann sind wir da und helfen gemeinsam den in Not geratenen Menschen. Das hat die Flut an der Ahr gezeigt. Das zeigt sich auch jetzt.“

In der Kreisverwaltung arbeitet der Ukraine-Stab mit viel Einsatz daran, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, damit die Kriegsflüchtlinge, die darauf angewiesen sind, adäquat untergebracht werden können. Dabei arbeitet der Landkreis eng mit den Verwaltungen in den Kommunen zusammen. Wie hoch der Bedarf letztlich sein wird, ist derzeit aber noch unklar.

Das Auffangnetz, das am Ende jedem Ukrainer bei entsprechendem Bedarf den Weg zu einem Aufenthaltsrecht und zu staatlichen Leistungen für geflüchtete Menschen auch ohne Asylantrag öffnen soll, ist inzwischen gespannt. Die Einzelheiten werden derzeit von Land, Bund und auf europäischer Ebene ausgearbeitet.

Zu den offenen Fragen gehören auch die Themen impfen und testen. Das Ingelheimer Impfzentrum arbeitet derzeit an einer Strategie, wie die Geflüchteten möglichst reibungslos geimpft werden können. Dabei gibt es aber zunächst einige Probleme zu lösen, wie etwa im Rahmen der ärztlichen Beratung die Übersetzung von medizinischen Begriffen ins Ukrainische oder Russische. Zudem muss geklärt werden, welchen Impfstatus die Menschen haben, wenn sie mit den Impfstoffen aus russischer oder indischer Produktion geimpft wurden, die in Europa nicht zugelassen sind.

Sollten am Wochenende oder abends Gruppen von Flüchtlingen ohne private Unterkunftsmöglichkeiten im Landkreis ankommen, empfiehlt es sich die Polizei unter der 110 zu kontaktieren. Ansonsten dienen werktags die Verwaltungen in Kommunen und Kreis direkt als Anlaufstellen.

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