Vollsperrung B 420 Nierstein - Statusbericht der Polizei Oppenheim

Die Polizei ist in der Summe sehr positiv überrascht, dankt der Mehrzahl der Verkehrsteilnehmer für ihre disziplinierte Fahrweise, und hofft, dass sich die positive Entwicklung für den Rest der Bauzeit fortsetzt.

Vollsperrung B 420 Nierstein - Statusbericht der Polizei Oppenheim

„Erstens kommt es anders..." könnte man das Fazit der ersten 10 Tage Vollsperrung der B 420 am Verkehrsknoten B 9 in Nierstein überschreiben.

Im Vorfeld der Maßnahme waren von den meisten beteiligten Planern und Arbeitsgruppenmitgliedern chaotische Verkehrsverhältnisse in und um Nierstein befürchtet worden. Dementsprechend hatte man sich auf allerlei Unannehmlichkeiten eingestellt und auch, völlig zu Recht, ein umfangreiches Verkehrskonzept mit deutlichen Eingriffen in den ruhenden Verkehr beschlossen. Aber es kam anders. Am ersten Tag konnte man noch annehmen, dass eine recht ruhige Verkehrslage auf den Aschermittwoch zurückzuführen ist, die Folgetage ließen vermuten, dass verschiedene Berufspendler die Winterferien um die Fastnachtswoche verlängert haben.

Nachdem, auch dies Woche abgelaufen ist, bleibt das Verkehrschaos weiterhin aus. Die Gründe können vielfältig sein. Möglicherweise spielt die Corona-Pandemie und damit verbundene Arbeit im Home-office eine Rolle, einige Pendler sind möglicherweise auf die Bahn umgestiegen, oder haben das Angebot der Stadt Nierstein angenommen, sich auf einer Internetplattform zu Fahrgemeinschaften zusammenzufinden.

Der erste Eindruck eines Betrachters, sowohl für die Rheinschiene und damit die B 9, als auch für das Hinterland mit der Parallelachse L 425, sowie die K 44 als Verbindung von Oppenheim über Dexheim zur B 420 lässt deutlich weniger Verkehr vermuten als vor Beginn der Baumaßnahme. Harte Zahlen sprechen allerdings dagegen. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) erhebt im Bereich Nierstein mit einer Zähleinrichtung ständig die Verkehrsbelastung der B 9 und hat festgestellt, dass sich die Gesamtzahl der Fahrzeuge nur geringfügig verändert hat, es gibt eine zeitliche Verschiebung in den Spitzenbelastungszeiten. Das heißt, die selbe Verkehrsmenge auf der B 9 wird deutlich entspannter abgewickelt. Probleme gibt es punktuell am Bahnübergang in der Wörrstädter Straße, aber bei Weitem nicht in dem Maße, wie das vor dem Baubeginn befürchtet wurde. Im Berufsverkehr, vor allem am Nachmittag, staut sich der Verkehr aus Mainz kommend hinter der Rechtsabbiegespur in Richtung Bahnhof zurück. Dort verlangsamt sich der Verkehr, aufgrund der Fahrbahneinengungen, die wegen dem Abriss der Mauer zwischen Bahnhof und Viadukt notwendig ist. Dadurch kann der Linksabbiegeverkehr aus Oppenheim kommend nicht in die Wörrstädter Straße abbiegen, in der Folge staut sich der Verkehr teilweise bis in die Sironakurve zurück. Sobald sich dann am Bahnübergang die Schranken öffnen, normalisiert sich der Verkehr sehr zügig wieder und es bestehen keine Störungen mehr. Außerdem besteht nach wie vor die Situation, dass mehrmals am Tag Autofahrer die freie Strecke hinter dem Bahnübergang falsch einschätzen, und dann wegen Stau auf dem Gleiskörper zum Stehen kommen. Es bleibt abzuwarten, wenn sich die pandemiebedingten Besonderheiten wieder zurückentwickeln, ob und in welchem Maße dies einen Einfluss auf die Verkehrsabwicklung im Bereich des Bahnüberganges und der Einmündung Wörrstädter Straße haben wird.

Auch der touristische Zulauf in den Sommermonaten kann eine Rolle spielen, eine Prognose zu wagen wäre aber nicht realistisch. Die Polizei wird sich weiterhin dem Verkehrsgeschehen in und um Nierstein widmen und im engen Schulterschluss mit LBM, Stadt Nierstein und der Verkehrsbehörde VG Rhein-Selz auf alle Entwicklungen reagieren und ständig nach Optimierungsmöglichkeiten suchen.

Möglicherweise müssen in der Zukunft auch getroffene Maßnahmen kritisch hinterfragt werden, und einzelne Anordnungen am tatsächlichen Bedarf orientiert angepasst werden.

Die Polizei ist in der Summe sehr positiv überrascht, dankt der Mehrzahl der Verkehrsteilnehmer für ihre disziplinierte Fahrweise, und hofft, dass sich die positive Entwicklung für den Rest der Bauzeit fortsetzt.

Logo