Verkehrsunfallbilanz 2021 für das Dienstgebiet des Polizeipräsidiums Mainz

Die Verkehrsunfallbilanz 2021 zeigt einen erneuten Rückgang der Unfallzahlen und ist trotz des wieder gestiegenen Verkehrsaufkommens auf dem niedrigsten Stand seit 2012.

Verkehrsunfallbilanz 2021 für das Dienstgebiet des Polizeipräsidiums Mainz

Es starben 18 Menschen nach Verkehrsunfällen und damit genauso viele wie 2019, jedoch fünf mehr als 2020. Die Gesamtzahl der Verunglückten sinkt gleichzeitig um 10 %. Der zunehmende Radverkehrsanteil zeigt sich nicht in der Statistik. Unfälle mit Radfahrenden sinken um fast 16 % und auch Unfälle mit Kindern sind auf einen 5-Jahres-Tiefstand gesunken.

"Das Ergebnis zeigt unsere Bemühungen, die Verkehrssicherheitsarbeit trotz der Belastungen durch die Corona-Pandemie und zahlreichen Einsatzlagen, auf einem hohen Niveau zu halten. Unsere Schwerpunkte, insbesondere an den Schulen die Sicherheit für Kinder oder für den Radverkehr im Allgemeinen zu erhöhen, spiegeln sich in den Zahlen.", so Reiner Hamm, Polizeipräsident des PP Mainz zur Unfallbilanz 2021.

Im Vergleich zum Vorjahr sinken die Unfallzahlen auf 20.776 (- 0,9 %). Bei 383 Unfällen werden 423 Menschen schwer (- 15 %) und bei 1632 Unfällen 2128 Menschen leicht (- 9 %) verletzt.

Bei 328 Unfällen standen die Fahrzeugführenden unter Alkoholeinfluss (- 9 %). Dabei erlitten bei 107 Unfällen insgesamt 127 Menschen Verletzungen. 80 Fahrzeugführende standen bei Unfällen unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln (- 10%), 42 Menschen wurden dabei verletzt.

"Der hohe Anteil verletzter Menschen zeigt wie gefährlich es ist, unter dem Einfluss berauschender Mittel am Straßenverkehr teilzunehmen. Hier gilt für uns, mit zielgerichteter Verkehrssicherheitsarbeit und einem hohen Kontrolldruck, Fahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss erst gar nicht stattfinden zu lassen. Wir konnten so 492 Trunkenheitsfahrten schon im Ansatz verhindern. In 1.826 Fällen haben wir Kontrollen im fließenden Verkehr durchgeführt und alkoholisierte oder berauschte Fahrzeugführende festgestellt. Gegen diese wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet." so Reiner Hamm.

Trotz des andauernden Fahrradbooms, hohen Verkaufszahlen in der E-Bike-Branche und einer immer stärker werdenden Etablierung des Fahrrades als Fortbewegungsmittel, ist die Beteiligung von Radfahrenden an Verkehrsunfällen deutlich gesunken. Insgesamt kam es zu 667 Verkehrsunfällen (-16 %) mit der Beteiligung von Radfahrenden. Bei ca. ¾ der Radunfälle erlitten Menschen Verletzungen, jedoch ging hier die Anzahl der Verletzten um fast 22 % auf 472 Menschen zurück. 2 Menschen starben nach Fahrradunfällen. In 56 % der Fälle setzten die Radfahrenden die Ursache für den Unfall. Dazu gehören jedoch auch sogenannte Alleinunfälle wie z.B. Stürze, bei welchen keine weiteren Verkehrsteilnehmenden beteiligt sind. In 80 Fällen und damit zu ca. 12 % bei Radunfällen, waren Pedelecs das Fortbewegungsmittel.

Bei 51 Unfällen wurden Electroscooter genutzt. Das ist eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr. Bei 34 dieser Unfälle erlitten 29 Menschen leichte und acht Menschen schwere Verletzungen. Es ist damit zu rechnen, dass dieses Fortbewegungsmittel weiterhin hohe Zuwachsraten und damit auch einen größeren Anteil in der Unfallbilanz erzielt.

Bei 310 Unfällen (-13 %) waren Motorräder das Fortbewegungsmittel. In 195 Fällen erlitten hier 218 Menschen Verletzungen, 71 davon schwere, 5 Menschen starben nach den Unfällen.

Die Anzahl der Unfälle unter Beteiligung von LKW (ab 3,5 Tonnen) ist auf eine Gesamtzahl von 2.700 (+ 5%) im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Es ist damit aber immer noch der zweitniedrigste Wert seit 2012. Zwei Menschen verloren ihr Leben, 37 erlitten schwere Verletzungen. Dies sind sichtbare Rückgänge im Mehrjahresvergleich.

Die Zahl verunglückter Kinder sank um 3,3 % auf 145 Verletzte bei 202 Unfällen. In 48 Fällen waren Kinder Mitfahrende in PKW. In 55 % der Fälle setzten Kinder die Ursache für den Unfall. "Hier setzen wir mit unserer Strategie der Verkehrsprävention an und schicken die Polizeipuppenbühne in die Kindergärten und Schulen. Trotz der Corona-Pandemie haben die Polizist:innen der Polizeipuppenbühne über 700 Kinder erreicht. Unsere Verkehrssicherheitsberater:innen der Jugendverkehrsschulen haben über 5.000 Kinder beschult. Bei konkreten Schulwegüberwachungen vor Schulbeginn haben wir auch zahlreiche Erwachsene erreicht und ihnen Alternativen für einen sicheren Schulweg aufgezeigt. Denn jeder Unfall, insbesondere, wenn Kinder betroffen sind, ist einer zu viel.", so Reiner Hamm zu Unfällen mit Kindern.

Bei ca. 4.000 Unfällen waren Menschen über 65 Jahren beteiligt. Dies blieb damit auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres. Die Zahl der verletzen Seniorinnen und Senioren sank auf 277 Menschen (-25 %) und damit auf den niedrigsten Stand seit 2012. Acht Menschen über 65 Jahren verloren bei Verkehrsunfällen ihr Leben.

Die Hauptunfallursachen sind weiterhin fehlerhaftes Abstandverhalten, Fehler beim Abbiegen, Vorfahrtsverletzungen oder nicht angepasste Geschwindigkeit. Insbesondere die stationären und mobilen Geschwindigkeitsüberwachungen führten zur Feststellung von 739.000 Geschwindigkeitsverstößen und damit zu 38 % mehr als im Vorjahr.

Logo